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Wissenswert

Das versteinerte Gehirn: Tilly Edinger ...

Utz Thimm

Ungekürzt 4056198009475
13 Minuten
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Vom Herausgeber

Tilly Edinger (1897-1967) war im Institut ihres Vaters von Jugend an den Anblick von in Formalin eingelegten Gehirnen gewohnt. Frei von materiellen Sorgen konnte sie sich ihrer Leidenschaft, der Paläontologie, widmen. In den 1920er Jahren entwickelte sie eine neue Methode: Eigentlich verwesen Gehirne nach dem Tod eines Tieres schnell, aber Tilly Edinger fiel auf, dass die Schädelkapseln vieler Fossilien mit einem steinharten Material gefüllt waren. Aus diesen 'Steinkernen' konnte sie die Gestalt der ehemaligen Gehirne rekonstruieren. Sie erhielt eine Stelle als Kustodin am Senckenbergischen Naturhistorischen Museum. Die Lebensgefahr, die ihr im Dritten Reich drohte, hat sie erst spät wahrgenommen, weil die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft eine schützende Hand über ihre jüdischen Mitarbeiter hielt. Überstürzt wanderte sie 1938 zunächst nach Großbritannien und dann in die Vereinigten Staaten aus, wo sie zur Präsidentin der Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie gewählt wurde. Sie ist ein Beispiel für die Talente, die von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden sind.
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Tilly Edinger (1897-1967) war im Institut ihres Vaters von Jugend an den Anblick von in Formalin eingelegten Gehirnen gewohnt. Frei von materiellen Sorgen konnte sie sich ihrer Leidenschaft, der Paläontologie, widmen. In den 1920er Jahren entwickelte sie eine neue Methode: Eigentlich verwesen Gehirne nach dem Tod eines Tieres schnell, aber Tilly Edinger fiel auf, dass die Schädelkapseln vieler Fossilien mit einem steinharten Material gefüllt waren. Aus diesen 'Steinkernen' konnte sie die Gestalt der ehemaligen Gehirne rekonstruieren. Sie erhielt eine Stelle als Kustodin am Senckenbergischen Naturhistorischen Museum. Die Lebensgefahr, die ihr im Dritten Reich drohte, hat sie erst spät wahrgenommen, weil die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft eine schützende Hand über ihre jüdischen Mitarbeiter hielt. Überstürzt wanderte sie 1938 zunächst nach Großbritannien und dann in die Vereinigten Staaten aus, wo sie zur Präsidentin der Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie gewählt wurde. Sie ist ein Beispiel für die Talente, die von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden sind.
Veröffentlichungsdatum
01.10.05

Auch enthalten in

Hessischer Rundfunk